Weitwandern: Westweg – Etappe 4: Ochsenstall – Zuflucht

Im stetigen Auf und Ab durch die … (ähm, was?) Grindenlandschaft.

  • 24,1 km / Aufstieg: 735 m / Abstieg: 825 m / Dauer: 6,5 Stunden

13.03.2017: Von unserer Unterkunft, dem Ochsenstall sind es nur noch wenige Höhenmeter auf einem steilen und steinigen Pfad bis zum Gipfel der Hornisgrinde auf 1.164 m. Der kahle Bergrücken gleicht einem Hochplateu und erstreckt sich über eine Länge von etwa 2 Kilometern. Am höchsten Punkt des Plateaus steht der kleine Bismarckturm.

Die Grindenlandschaft aus der Ferne betrachtet.
Gräser, Heidekraut und Kiefern kennzeichnen die Grindenlandschaft.

Was ist eine Grindenlandschaft?

Grinden nennt man die kahlen, hochmoorigen Hochflächen auf den Kuppen des Nordschwarzwalds. Sie sind im Mittelalter durch intensive Beweidung entstanden und mit Borstengras, Heidekraut und Latschenkiefern bewachsen. Heute werden die Grinden mit gezielten Ausrodungen und einer Wiederbelebung der Viehhaltung erhalten.

Quelle: Schwarzwald Tourismus

Von hier genießen wir einmal mehr überwältigende Ausblicke: Westwärts fällt das Gelände vom Gipfel der Hornisgrinde bis ins Rheintal auf nur 8 km Entfernung über 1000 Höhenmeter ab und führt gradewegs in den Ortskern von Sasbachwalden.

Schwarzwald-typisch: Tolle Ausblicke.

Am Mummelsee ist plötzlich Zivilisaton angesagt. Von den zahlreichen Ausflüglern, Bussen und Souvernirs etwas überfordert, kommen wir dennoch nicht umhin, uns im Touri-Shop ein wenig umzusehen und finden, dass uns der “Schwarzwälder Bollehut” eigentlich ganz gut steht…

Hinter dem mystischen Mummelsee durchquert der Westweg die vom Sturm Lothar kahl gefegten Hänge des Altsteigerskopfs. Etwa 2 km später treffen wir auf die Darmstädter Hütte, in der wir uns einen Kaffee gönnen. Tipp: Hier gibt es auch Übernachtungsmöglichkeiten!

Die Darmstädter Hütte auf 1.030 m bietet neben Einkehr-, auch ganzjährig Übernachtungen.

Nach dem Mummelsee geht es für uns weiter durch das Mummelseetor in Seebach und kurz darauf sind wir am Seibelseckle, wo bei purem Sonnenschein noch reger Skibetrieb herrscht.

Rasthütte am Seibelseckle

Direkt an der Schwarzwaldhochstraße gelegen, gibt es am Seibelseckle im Winter neben einer Alpin-Piste ebenso 120 Loipen-Kilometer und gewalzte Winterwanderwege. Im Sommer kommen Wanderer und Mountainbiker auf ihre Kosten und Einkehren kann man in der urigen Seibelseckle-Hütte eh´…

Ein Paradebeispiel der bereits angesprochenen Grindenlandschaft ist der Schliffkopf (1.055 m) – ob er seinen seinen Namen wohl von seinem glatten “Schliff” hat? Wir vermuten es! Etwas überrascht sind wir von dem nicht zu übersehenden Gebäudekomplex des Hotel Schliffkopf. An prominenter Position wirbt es mit Wellness-Angeboten und Berg-Spa. Für uns paßt das nicht ins Landschaftsbild und zerstört ein wenig die urige Schwarzwaldromantik.

Hinweis: Wir zeigen hier absichtlich kein Bild.

Vom Schliffkopf aus führt uns der Weg nochmals bergan mit Kurs auf unser heutiges Etappenziel, Zuflucht. Von der stillgelegten Ruhestein-Schanze blicken wir zurück ins Tal und merken an dieser Stelle auch deutlich, dass es die 4. Etappe sowohl kilometer-, als auch höhenmetertechnisch in sich hat. Ziemlich kräftezehrend sind die Teilstücke, auf denen noch Schnee liegt…

Anmerkung: Regulär geht die Etappe 4 bis Alexanderschanze, wir beenden die heutige Etappe in Zuflucht. Noch ist Nebensaison und die Wanderbusse sind noch im Winterschlaf. Um nach Stuttgart zurückzukommen, nehmen wir den Bus in Zuflucht. Von dort aus fahren wir nach Freudenstadt, steigen in S-Bahn und fahren über Herrenberg nach Stuttgart.

Praktische Tipps

Essen & Trinken

– Auf der Hornisgrinde Grinde-Hütte
– Nach ca. 5,5 km Berghotel Mummelsee, Seebach
– Nach ca. 8 km Darmstädter Hütte, Seebach
– Rast-Hütte Seibelseckle, an der Schwarzwaldhochstraße

Übernachten

– Nach ca. 5,5 km Berghotel Mummelsee, Seebach
– Nach ca. 8 km Darmstädter Hütte, Seebach
– Beim Schliffkopf, 4-Sterne Wellness-Hotel Schliffkopf

Weiterführende Informationen

– Übersicht Gastgeber Westweg > Download
– Etappenübersicht Westweg Schwarzwald Tourismus