Nix von der Stange: Mein custom-made Mountainbike.

Unfassbar. Da bekommt man zum Geburtstag einen Gutschein für einen Fahrradrahmen geschenkt. Nicht irgendeinen Fahrradrahmen aus dem Online-Handel oder Katalog. Ein Fahrradrahmen 100% gebaut auf Maß und gefertigt in Handarbeit.

Als Ergänzung zum Rennrad und All-Mountain Fully sollte es ein Bike für jeden Tag und jedes Wetter werden. Pflegeleicht, robust und dennoch sportlich und sexy. Gesagt getan. Die Wahl fiel auf ein 650b-Hardtail mit 120 mm Federweg, Pinion Zentralgetriebe und Gates Zahnriemen.

Am Anfang ist der Rahmen

Nachdem die groben Eckdaten standen, ging es um die Rahmengeometrie. Hier verließ ich mich einerseits auf meine Erfahrungswerte aus vielen Jahren mountainbiken und natürlich auch auf die Fachkenntnisse meines Freundes. Gut, dass er auch hauptberuflich als Entwicklungsingeniuer in der der Bikebranche tätig ist und abolut weiß, was er tut. So stehen die Maße für Sitz- und Oberrohr rasch fest.



Wer die Wahl hat, hat die Qual

So schön es auch ist, alles (wirklich alles) selbst zu bestimmen und auszusuchen, so schwierig ist es in letzter Instanz. Angefangen bei den Komponenten, Reifen, Bremsen bis hin zur Farbauswahl – idealerweise alles noch zu einem halbwegs vernünftigen Preis.

Ich lief wirklich mehrfach Gefahr, das Budget nicht aus den Augen zu verlieren. Schließlich ist das Bike ein absolutes Einzelstück. Limited Edition. Das gibt es genau einmal auf dieser Welt und trägt die Handschrift meines besten Freundes, der es in zahlreichen Abend-und Nachtschichten in seiner Werkstatt für mich zunächst am CAD-Rechner, später in echter Handarbeit schweißte und final zusammenbaute. Eigentlich unbezahlbar und irgendwie muss dann ja schon alles zusammenpassen.


256 RAL-Farben und kein Plan
Was mich aber wirklich vor die allergrößte Herausforderung stellte, war die Farbauswahl für mein künftiges Bike. Das hört sich banal an, doch wer schon einmal aus 256 RAL-Farben einfach jede auswählen kann, der weiß, was ich meine. Und: wer sagt überhaupt, dass es eine (!) Farbe sein soll? Es gibt ja auch hübsche zweifarbige Rahmen. Nicht zu vergessen das Dekor. Dekor?! Was soll denn überhaupt auf dem Rahmen stehen? Eine Marke gibt es ja nicht. Und irgendwas, nur damit was drauf steht, ist ja total dämlich. Das verschieben wir mal auf später. Erstmal möchte der Pulverbeschichter nun endlich eine Entscheidung von mir. Der Rahmen ist schließlich fertig und wartet darauf, eine Farbe zu bekommen. Nach zahlreichen Diskussionen mit meinem Freund, beschloss er, für mich die Farbe auszuwählen. Ab sofort hatte ich kein Mitspracherecht mehr, sondern sollte mich überraschen lassen. “Keine Widerrede, Du hattest lange genug Zeit” – waren seine Worte. Und so ganz unrecht hatte er damit nicht.


Der große Tag

“Jeahhhhiiii, besser geht´s ja gar nicht!” – Dass ich mich auf den guten Geschmack meines Freundes verlassen kann, beweist mir seine Entscheidung. Als er mir “meinen” Rahmen überreicht, bin ich einfach nur glücklich. Die Farbe ist der absolute Hammer und sieht in echt noch viel schöner aus, als auf Fotos. Die genaue Farbbezeichnung weiß ich bis heute nicht. Es ist eine Mischung aus purple und magenta und zudem nass lackiert, und schimmert wunderschön ….

Der Rest war mir eigentlich fast egal. Das das mit der Farbe wie gesagt ja ein paar Wochen Zeit kostete, lagen alle Teile bereits in der Werkstatt bereit und warteten darauf, endlich am Bike zum Einsatz zu kommen.

Der Aufbau dauerte schließlich nochmal einen halben Tag: Reifen aufziehen, Getriebe und Schaltgriff montieren, Bremse anbauen, Bremse abbauen, Leitungen kürzen, Bremse ein zweites Mal anbauen, etc. – gefühlt dauerte das ewig!

Kaum erwarten konnte ich dann die Runde um den Block. “Bloß nicht dreckig machen” lautete meine Devise und entsprechend vorsichtig bewegte ich mein Bike aus der Werkstatt…

Dann ward sie nicht mehr gesehen.

Die ersten Erfahrungsberichte aus der Praxis gibt es in Kürze hier.